Sinob

04.10.2018 17:58

Aspartam: Heimtückisches Welteroberungstool der Illuminaten

Aspartam: Heimtückisches Welteroberungstool der Illuminaten

ASPARTAM-DIREKT AUS DER CHEMIEKÜCHE DES TEUFELS?

In diesem Artikel, der den ersten Teil einer Reihe zum Thema Süßstoffe bildet, widmen wir uns gleich einmal dem Erzbösewicht Nummer 1, der fast auf einer Stufe neben Judas, der Schlange des Sündenfalls und der Deutschen Bahn steht. Es geht um ASPARTAM (´Angstschreie im Hintergrund´).

Zu Beginn erst einmal:

Was ist dieses ASPARTAM überhaupt?

Auch unter der Kennzeichnung E951 zu finden stellt Aspartam einen Verbund aus den Aminosäuren Phenylalalin, Asparagin und dem einfachen Alkohol Methanol dar.

Und hier ploppen auch schon die ersten Kontra-Argumente auf. Denn „Methanol ist doch in größeren Mengen hochgiftig“.

Stimmt schon. Doch eben wie gesagt nur „in größeren Mengen“. Ebenso kommt Methanol auch in geringen Dosen in Obst und Fruchtsäften vor.

Wenn man sich das Ganze in einem Direktvergleich anschaut, so enthalten 250ml der Zero-Version einer beliebten Colamarke (welche gerne Weihnachtsmannwerbung schaltet und möglicherweise der Urheber des Couponing ist ) ~13mg Methanol (in Form von Aspartam).

Vergleichen wir dies mit der gleichen Menge an Tomatensaft…75MG METHANOL!!!! Oh mein Gott, Jesus, Maria hilf!!! Wie du also siehst, ist der Methanolgehalt im Aspartam mit keinerlei schädlicher Konsequenz für dich und deinen Körper verbunden.

Auch ist nicht Methanol das eigentliche Problem, sondern dessen Abbauprodukt Formaldehyd. Um auf toxisch relevante Mengen dieses Stoffes zu kommen müsstest du allerdings 200 bis 500mg Methanol pro kg Körpergewicht zuführen, was bei einer 70kg schweren Person  ungefähr 269-672L besagter zuckerfreier Brause AUF EINEN SCHLAG zuführen (oder 47-116L Tomatensaft).

Bei beidem sollte also keine Gefahr bestehen.  Führst du das Methanol in erwähnter Form als Bestandteil von Aspartam zu, wird dieses sogar sehr viel schneller verstoffwechselt und ist im Blut nicht nachzuweisen, solange du nicht 50mg pro kg Körpergewicht zuführst (bei 70kg  in etwa 67L Cola).

Um das nächste Argument gegen Aspartam aufzugreifen: Asparaginsäure und Phenylalalin.

250ml eines mit Aspartam gesüßten Softdrinks bringen es immerhin auf 51mg Asparaginsäure, sowie 64mg Phenylalalin. Bedenklich?

Nun schaut man sich den Gehalt beider Aminosäuren in 250g Hähnchenfleisch an, erkennt man…5636mg Asparaginsäure, sowie 2457mg Phenylalalin. Dieser Punkt muss nicht noch weiter ausgeführt werden, oder.

Sogar bei einer Phenylketonurie (angeborene Stoffwechselstörung, bei der Phenylalalin nicht adäquat abgebaut werden kann, Folgen: geistige Entwicklungsstörungen, Epilepsie) konnte das Aspartam aus gebräuchlichen Mengen Diet Coke die Phenylalalinspiegel nicht signifikant beeinflussen. Bei gesunden Individuen beeinflussten Dosierungen von bis zu 50mg/kg  den sowohl den Phenylalalin- als auch den Asparaginspiegel gar nicht.

Und wer hat das getestet?

Wenn man sich einmal anschaut, wie weitreichend Aspartam untersucht wurde, wird man schnell feststellen, dass es einem der am weitreichendsten geprüften Süßstoffe der gesamten Industrie ist.

Als Prüfstellen sind aufzuführen:

  • European Scientific Committee on Food (SCF)
  • FAO (Food and Agriculture Organization)/der World Health Organization (WHO) Expert Committee on Food Additives (JEFCA)
  • Food and Drug Administration (FDA)
  • Government Accountability Office (GAO)
  • United Kingdom Committee on Toxicity (COT)
  • Agence Francaise de Securite Sanitaire des Aliments (AFSSA)
  • American Medical Association (AMA)
  • American Diabetes Association
  • American Dietetics Association
  • American Academy of Pediatrics

… sowie weiteren Regulationsbehörden in mehr als 100 Ländern.

Natürlich ist die Unbedenklichkeitsanerkennung erwähnter Institutionen kein Alleingarant für die Sicherheit dieses Stoffes, doch zeigt dies, dass die Prüfung dieses Lebensmittlezusatzes in der Vergangenheit durchaus „gründlich“ betrieben wurde.

Widmen wir uns nun einem weiteren, gern vorgebrachten Kritikpunkt:

„ASPARTAM VERURSACHT KREBS!!!!“

Erst einmal vorneweg, dass dies nicht der Fall ist belegen zahlreiche Studien (siehe hier, hier, hier, unter anderem hier,  oder auch  hier, um eine kleine Auswahl zu geben).

Die OLNEY-STUDIE

Eine Studie,welche von Kritikern gern aus der Schublade gezerrt wird, wenn es darum geht die krebserregende Wirkung von Aspartam zu belegen, ist eine Untersuchung eines gewissen Dr. J. W. Olney.

Veröffentlicht 1996 berichtet er darin von einem möglichen  Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Rate an Hirntumoren in den USA und der Markteinführung von Aspartam Mitte der 1980er Jahre. Dass dieses Paper im besten Fall mangelhaft ist, sollte eigentlich klar ersichtlich sein. Basierend auf einer typischen ´post hoc, ergo propter´-Annahme (nach diesem, also deswegen) wird hier postuliert, dass Aspartam für die Erhöhung der Fälle an Hirntumoren verantwortlich ist (einfach weil die Rate anstieg, nachdem Aspartam auf den Markt gebracht wurde.

Wenn man sich einmal anschaut, welche Ereignisse in der Zeit vor dieser Erhöhung noch stattgefunden haben, bietet sich auf einmal eine ganze Reihe an Möglichkeiten. So wurden z.B. mehr Grußkarten versendet, mehr Telefonanrufe getätigt und, und, und. War es also vielleicht doch das Schreiben der Grußkarten????

Auch der Betrachtungszeitraum, welchen Olney für seine Studie verwendete, ist fehlerhaft. Er betrachtete lediglich das Auftreten von Hirntumoren im Zeitraum 1975-1992. Die Hirntumor-Rate stieg aber bereits 1973 (vor der Markteinführung von Aspartam an und stabilisierte sich Mitte der 1980er.

Der eigentliche Grund hierin liegt vermutlich an einem ganz anderen Punkt. Nämlich in der verbesserten Technologie zum Auffinden von Hirntumoren. Die absolute Zahl an Tumoren veränderte sich also gar nicht, sie wurden nur öfter aufgedeckt.

Ebenso manipulierte Olney die Graphen der Hirntumor-Raten in seinen Studien, indem er den Ausgangspunkt der Vertikalachse nahe an die Datenpunkte setzte, anstatt die Skala bei Null beginnen zu lassen. Dass de Graphen damit automatisch etwas dramatischer aussahen, wird somit hoffentlich verständlich.

ABER DA HAB ICH DOCH MAL WAS GELESEN….

Die nächste Studie, (oder besser gesagt Studien) welche einem dann in der Regel vor den Kopf geklatscht wird, nachdem die Olney´sche Datenlage ihrer Gültigkeit entmündigt wurde ist etwas aktueller.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2005 mit der ersten einer Reihe von Studien eines gewissen Morando Soffritti vom italienischen Ramazzini-Institut. Wer einen Blick darauf werfen möchte, findet sie hier.

Um schon einmal zu spoilern. Die Studie entbehrt jegliche Reliabilität und bricht auch sonst so einiges an Richtlinien, welche für wissenschaftliche Untersuchungen gelten. Aber dazu gleich mehr im Anschluss.

Der erste Mangel fällt schon bei der Veröffentlichung auf. Diese erfolgte nämlich im ´European Journal of Oncology´, deren Urheber das Ramazzini-Institut selbst ist, an dem Soffritti Senior Member ist. Somit ist keine Unabhängigkeit zwischen den Urhebern, der Organisation und dem Journal gegeben.

Doch das ist nur der Anfang.

Ebenso verzichtete die Studie in ihrem Design komplett auf die Einhaltung von Richtlinien des National Toxicology Programs. Diese stellen ein klares Set an Leitregeln, wie die mögliche Karzinogenität einer Substanz x untersucht werden kann. Diese Regelungen entsprechen darüber hinaus international etablierten Protokollen zu Tierstudien in Bezug auf Krebs. Dabei sieht die generelle Empfehlung vor, die Studie über einen Zeitraum von 104 Wochen laufen zu lassen, dabei enthält eine Gruppe pro Geschlecht 50 Tiere.

Soffritti verzichtete auf diesen Rahmen und ließ die Beobachtung der Versuchstiere einfach so lange laufen, bis die Tiere eines natürlichen Todes gestorben waren. Wenn man jetzt bedenkt, dass Ratten (ebenso wie Menschen) im Alter eine Vielzahl der diversesten Krebsarten entwickeln wird schnell ersichtlich, wie wacklig diese Studienergebnisse in ihrer Aussagekraft sind. War es jetzt wirklich das böse Aspartam, welches den Krebs hervorrief oder doch Begleiterscheinungen des Alterungsprozesses?

Auch statistisch bröckeln die Behauptungen, sobald man nur ein wenig genauer hinschaut. Anstatt (wie es eigentlich gängige Praxis ist) unterschieden die Wissenschaftler nicht zwischen einzelnen Tumorarten (nahmen also keine Unterscheidung zwischen z.B. Lungenkrebs und Hirntumor vor). Dadurch, dass ebenfalls keine Zählung der Gesamtanzahl an Tumoren pro Tier, sondern nur pro Gruppe durchgeführt wurde, blähten sie die Tumorstatistik weiter auf.

Ebenso war die Krebsrate nicht dosis-abhängig (wie man es eigentlich bei einer dosisinduzierten Ursache erwarten würde).

Auch erteilte das Ramazzini-Institut keinem außenstehenden Pathologen die Erlaubnis, das Gewebe, in welchem die Tumore gefunden wurden zu analysieren. Anstelle dessen erhielten sie nur einen Blick auf die Aufnahmen von 70 Tumoren (dargestellt in einer Präsentation) obwohl laut eigenen Angaben 9000 Slides erstellt worden waren. Dass bei einem solchen Handeln durchaus berechtigte Zweifel an der Reliabilität und Validität der Daten aufkommen, ist nicht verwunderlich.

Doch nicht nur das Studiendesign zeigt die nichtige Aussagekraft von Soffrittis Studie. Ebenso widerspricht sie deutlich diversen Bewertungen des National Toxicology Programs. Auch stehen die Forschungsergebnisse in Konflikt mit  Daten zu Krebsraten in den USA und der EU seit Markteinfühurng von Aspartam.

So sank die Rate für Hodgkins-Lymphome und Leukämie (die beiden Krebsarten, welche in der Soffritti-Studie dominierten) in der Zeit von 1973-2002 leicht, während sich der Konsum von Aspartam seit 1980 bis 2002 drastisch erhöhte.

Zahlreiche Wissenschaftsorganisationen äußerten ebenfalls in offiziellen Statements ihre ausdrücklichen Zweifel an Soffrittis Ergebnissen:

Darunter waren z.B. die European Food Safety Authority:

„Nach Betrachtung beschließt das Gremium, dass die Validität der Studie aufgrund von Fehlern bei der Interpretation durch die European Ramazzini-Foundation in Frage zu stellen ist. Vor allem das hohe Auftreten chronischer Entzündungen in Lungen und anderem Vitalorgan-Gewebe und die Unklarheit bezüglich der Diagnose einiger Tumortypen stellen verfälschende Faktoren dar.“

Oder das UK Commitee of Carcinogenity of Chemicals in Food, Consumer Products and Environment

„Die Mitglieder erachteten es als unplausibel, dass sich nur eine minimale Erhöhung der Tumorrate über ein derart breites Dosisspektrum zeigte. Ebenso lässt die geringe Tumorrate in der weiblichen Kontrollgruppe im Vergleich zu den anderen Gruppen Zweifel an der Verlässlichkeit der Studie aufkommen. […] Aufgrund der Probleme im Studiendesign und einiger Bedenken bezüglich des mikrobiologischen Status der Tierkolonie ist es nicht möglich, aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf die mögliche krebserregende Wirkung von Aspartam zu ziehen.“

The story continues…

All diese Kritik hielt Soffritti jedoch nicht ab in seiner fehlherhaften Forschung weiterzumachen. Im Gegenteil, in den Folgejahren veröffentlichte er munter weitere Untersuchungen, welche die krebserregende Wirkung von Aspartam deutlich machen sollten. So erschien im Jahr 2007 folgende Studie in ziemlich ähnlichem Setup mit den gleichen Problemen. (unter anderem sei anzumerken, dass ein Effekt vor allem bei 100mg/kg bemerkt wurde, was in etwa dem Doppelten der zulässigen Höchstmenge beim Menschen entspricht).

Auch hier verweigerte Soffritti ein Review der Studie durch unabhängige Stellen.

Stattdessen veröffentlichte er lieber zur Untermauerung seiner These 2010 eine weitere Studie. Das Design war wieder ziemlich gleich mit dem einzigen Unterschied, dass er diesmal Mäuse statt Ratten verwendete.

Wie diese letzte Studie zu bewerten ist, zeigt eine Stellungnahme der European Food Safety Authority:

„[…]auf Basis der in der Publikation vorliegenden Datenlage kann die Validität der Studie […] nicht belegt und die Ergebnisse nicht bewertet werden. […] Studien, die sich über die gesamte Lebensspanne der Versuchstiere erstrecken können fehlerhafte Rückschlüsse implizieren. […] Die EFSA merkt an das  Schweizer Albinomäuse (wie sie in der Untersuchung verwendet wurden) eine hohe Anfälligkeit für das Auftreten hepatischer und pulmonarer Tumore aufweisen und die festgestellten Tumorraten innerhalb des historischen Kontrollspektrums fallen, welche in diesem Labor für die entsprechende Mäuserasse vorliegt.“

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Soffritti 2014 ein Review veröffentlichte (größtenteils auf Basis seiner eigenen Studien) mit in etwa derselben Aussagekraft zur Untermauerung seiner Thesen und „Studienergebnisse“ wie in den vorherigen Anläufen.

Die Walton-Liste

Wenn wissenschaftliche Forschung nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, wird zur Untermauerung des eigenen Standpunktes auch gerne auf Täuschung zurückgegriffen. So praktiziert z.B. durch einen gewissen Dr. Ralph Walton, der seine eigene „Forschung“ im Web veröffentlichte in der er behauptete, 166 Studien zu Aspartam analysiert zu haben, welche alle über ein Kreuzgutachten verfügten (die Walton-Liste findest du hier). Nach Waltons Angaben wurden 74 der genannten Studien durch die Industrie finanziert, weshalb hier keine krebserregende Wirkung durch Aspartam  nachgewiesen wurde. Bei den verbleibenden 92 unabhängigen „Studien“ (von denen das meiste gar keine Studien sind oder diese Waltons Annahme nicht stützen) würden 85 adverse Effekte durch Aspartam nachweisen.

Wenn man auf diese 85 unabhängige „Studien“ einen genaueren Blick wirft, zeigt sich, dass:

  • 5 von ihnen keine abträglichen Effekte von Aspartam nachwiesen
  • Eine dieser „Studien“ gar nicht existiert
  • 16 davon an Walton adressierte Briefe waren
  • 9 Reviews oder „Meinungs“-Paper waren
  • 7 missbräuchlich hohe Aspartam-Dosen verwendeten
  • Eine davon eine Verbraucherbeschwerde darstellte
  • 3 gar kein Aspartam verwendeten
  • 2 Wiederholungen von obig erwähnten Papern waren
  • Eine gar keine Studie, sondern eine Umfrage war

Und, und, und…

Waltons Liste ist nicht das einzige Beispiel (weder im Aspartam-Fall, noch bei anderen Thematiken) wo ein Sachverhalt völlig falsch und ohne jede reliable Grundlage präsentiert wird. Dies ist nur deshalb möglich, weil sich die meisten Personen nicht die Zeit nehmen, derartige „Studien“ oder auch bloße Verlautbarungen kritisch zu prüfen, sondern sich einfach auf das Wort des Autors verlassen.

Message:

Nur weil etwas mit scheinbar ausreichend vielen Quellen belegt ist, ist dies noch lange kein Garant für den Wahrheitsgehalt der Behauptung.

Wenn Aspartam WIRKLICH KREBSERREGENDE WIRKUNG hätte, könntest du Folgendes in Tierstudien beobachten:

  • Eine Verschiebung des Auftretens von Tumoren in jüngerem Alter
  • Genotoxizität, Mutagenität, chromosomale Abweichungen (z.B. DANN-Schäden, hervorgerufen durch die karzinogene Substanz)
  • Eine dosis-abhängige Beziehung zwischen erhöhter Tumorrate und getestetem Stoff
  • Ein erhöhtes Auftreten von Tumoren, das klar über der Zahl spontaner Tumore liegt

Aspartam erfüllt keine dieser (und zusätzlicher Kriterien).

Wieso ASPARTAM DICH DUMM MACHT UND HYPERAKTIVITÄT VERURSACHT (oder liegt es doch an den ChemTrails?)

Ein weiteres beliebtes Argument gegen Aspartam ist die angebliche neurologische Auswirkung des Stoffs. Hierzu sei erst einmal angemerkt, dass neurologische Auswirkungen durch eine ganze Reihe von Faktoren bedingt werden.

Kritiker behaupten, dass -aufgrund der Tatsache dass Aspartam eine Phenylalalinquelle ist (ich erinnere an das bereits erwähnte Stück Hühnchenfleisch).

Kurzer Exkurs: Phenylalalin ist eine große neutrale Aminosäure (LNAA). In unserer täglichen Nahrung kommt sie meist in Zusammenschluss mit anderen LNAAs vor. Wird sie also aus einer „natürlichen“ (Achtung, Querverweis!!!) zugeführt, tritt sie mit den anderen Aminosäuren in einen Wettstreit darum ,wer die Blut-Hirn-Schranke(BBB)passieren darf. So führt dies nicht zu abnormal erhöhten Phenylalalinspiegeln im Gehirn.

Wenn jetzt allerdings Phenylalalin z.B. wie bei Aspartam als alleinige LNAA vorliegt, muss sie mit keiner anderen Aminosäure bei der Überwindung der BBB konkurrieren. Deshalb könnte dies zu einer unnatürlichen Erhöhung der Phenylalalinspiegel im Gehirn führen. Dies hätte neurologische Sörungen zu Folge, argumentieren Aspartam-Gegner.

Gleichzeitig enthält Aspartam auch Asparaginsäure, welche als erregender Neurotransmitter im Hirn wirken kann, was –laut Behauptung der Kritiker- ebenfalls adverse neurologische Reaktionen hervorruft.

Und was sagt jetzt die Datenlage hierzu?

Bei extrem hohen Dosierungen (500mg/kg/ Körpergewicht und mehr) veränderte Aspartam in Tierstudien die Neurotransmitter im Gehirn (für diese Menge müsstest du ungefähr 258L Cola Zero innerhalb kürzester Zeit trinken. Und dann wäre eine mögliche Dysbalance der Neurotransmitter vermutlich dein geringstes Problem). Diese Beobachtungen konnten zudem nicht in allen Studien mit vergleichbarer Dosismeng nachgewiesen werden.

Bei Aspartam-Mengen gleich oder weniger 50mg/kg Körpergewicht (also dem zulässigen Höchstwert für die Tageszufuhrmenge beim Menschen, die auch noch einen ausreichend hohen Sicherheitsfaktor enthält) zeigte sich hier kein relevanter Einfluss.  Wie erwähnt würde dies bedeuten, eine Menge von ca. 12 Liter Cola Zero in extrem kurzer Zeit zu trinken. Na dann, Prost.

Selbst bei Menschen mit Pheynlketonurie (bei denen Phenylalalin nicht richtig verstoffwechselt werden kann) konnte keine abträgliche Wirkung von Aspartam in einer Dosierung unter 45mg pro kg Körpergewicht (~11,5L Cola Zero) auf die Gehirnfunktion, Gehirnaktivität (bestimmt durch Elektroenzephalographie) oder den Plasma-Aminosäurespiegel festgestellt werden. Erst bei Dosierungen über dieser Schwelle konnte eine signifikante Erhöhung der Phenylalainspiegel festgestellt werden, ohne dass dies jedoch Veränderungen der kognitiven Funktion oder des EEGs induzierte.

Auch die zigtausenden Behauptungen (beruhend auf Fallbeispielen), Aspartam würde Kopfschmerz induzieren, so beruhen meist auf anderen Ursachen. Nichtsdestotrotz besteht die Vermutung, dass für eine sehr kleine Personengruppe Aspartam Migräne induzieren kann. Dies lässt sich einfach testen, indem die betreffende Person ein detailliertes Ernährungstagebuch führt, um zu identifizieren ob Aspartam der Auslöser ist. Um es nochmals zu betonen, dies beschränkt sich auf einen sehr kleinen Kreis (vgl. Glutenintoleranz).

Kann Aspartam epileptische Anfälle auslösen?

Oftmals behaupten Gegner, Aspartam wäre bei bestehender Epilepsie Auslöser für entsprechende Anfälle.  Um diesen Punkt kurz zu halten: Kontrollierte Studien konnten keinen Effekt auf Anfälle nachweisen, sowohl bei epileptischen Kindern, als auch bei Personen, welche der Meinung waren, sie hätten aspartambedingte Anfälle (siehe z.B. hier und hier). Ebenso sei anzumerken, dass in den Studien Aspartammengen verwendet wurden, welche 8.5L-12.5L Cola zero entsprechen, also wieder weit über der gebräuchlichen Verzehrmenge.

Während also Aspartam in einer kleinen Gruppe möglicherweise Migräne induzieren kann, besitzt es für den Großteil der Konsumenten keinerlei neurologische Auswirkung.

Abschließendes Fazit

Auch wenn kaum ein Süßstoff in der Vergangenheit dermaßen im Kreuzfeuer stand, wie Aspartam stellt es tatsächlich einen der am besten hinsichtlich seiner Sicherheit untersuchten Lebensmittelzusätze dar. Solltest du unter Migräne leiden, empfiehlt es sich Aspartam durch ein genaues Ernährungstagebuch als mögliche Ursache auszuschließen.

Für alle anderen: Keep calm und genießt eure Coke/Fanta/Sprite/ 7Up Zero/light/sugarfree und was sonst noch mit Aspartam gesüßt wird.


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