Sinob

16.08.2018 15:51

Du suchst einen Sponsor? -Teil 1 - Allgemein

Du suchst einen Sponsor? -Teil 1 - Allgemein
Hallo liebe Freunde der gepflegten Eisenunterhaltung. Wir bekommen täglich so viele Anfragen für Kooperationen, Sponsoring oder wie immer man es auch nennen mag, dass wir Euch hierzu einen Leitfaden erstellen möchten. Im Gegenteil zu anderen Firmen haben wir auch das Potential von sehr „kleinen“ Influencern (Definition im weiteren Verlauf) erkannt und möchten hier ansetzen. Da aber die meisten Anfragen aus „Hey wollt Ihr mich sponsern?“ oder „Hey, Interesse, dass ich Werbung für Euch mache?“ bestehen, sehen wir dringenden Handlungsbedarf, um es Euch und auch uns einfacher zu machen.

Sponsoring

Bleiben wir beim Beispiel des Fitness- bzw. Bodybuildingsportes, so war es noch vor 10-15 Jahren recht „einfach“ an Sponsoren zu gelangen. Du hast Wettkämpfe bestritten, warst einigermaßen erfolgreich und hattest ein wenig Aufmerksamkeit in Magazinen wie, Flex, Muscle and Fitness oder Sport Revue bekommen. Mit ein wenig Glück meldeten sich Sponsoren von allein. Es reichte aus für Fotos zur Verfügung zu stehen (meist in der Wettkampfsaison) und sich auf der Fibo zu präsentieren, alles auf Kosten des Sponsors natürlich. Heute stellt sich die Situation anders da. Auch Sportfirmen haben erkannt, dass sie tatsächlich Wirtschaftsunternehmen sind und die ganze Geschichte nicht nur aus Liebe zum Sport betreiben. Hinter jedem Wirtschaftsunternehmen steht auch der Faktor, Umsatz- bzw. Gewinnoptimierung und hier reicht es längst nicht mehr aus, eine doppelseitige Anzeige in einen Bodybuilding- bzw. Fitnessmagazin zu schalten. Heute zählt vor allem eine möglichst hohe Reichweite im www, bzw. konkreter im Social-Media-Netz. Zusätzlich sind die Firmen auch „Huch wie konnte das denn sein“ auf die Idee gekommen, mal zu hinterfragen und auszuwerten, was denn ein Athlet, in den  Geld (egal in welcher Form auch immer) investiert wird, der Firma so bringt! Lasst mich mal aus dem Nähkästchen plaudern ohne Namen zu nennen: Da gab es diese Firma, erfolgreich und zu Anfang sehr bodybuildinglastig. Entsprechend wurden Athleten gesponsert. Dieses Sponsoring bestand aus Supplementen für den Eigenbedarf, Trainings- und Wettkampfbekleidung, Fotoshootings (oh ja die kosten Geld und das nicht zu knapp). Auf der Fibo wurden Hotel, Anfahrt und Verpflegung übernommen. Jetzt denkt Ihr: ja ist doch normal… ok fangen wir mal an zu rechnen:

Supplemente für den Eigenbedarf:

Die Regel sind hier zwischen 100 und 300€ pro Monat an Ware, nehmen wir mal die goldene Mitte also 200€.

Trainings und Wettkampfbekleidung (Werte sind durchschnitt):

  • Hoodie 70€
  • Leggings bzw. Sporthose 40€
  • Sport BH bzw. Stringer 20€
  • Trainingstasche 40€
  • Cap 20€
Sollte erstmal genügen, Wettkampfbekleidung lassen wir mal außen vor, da dies vor allem bei den Mädels stark schwanken kann und auch nicht von jedem Sponsor getragen wird. Ein Outfit reicht natürlich nicht, also nehmen wir die Summe mal zwei und kommen auf 340€ (exclusive Trainingstasche).

Fotoshootings

Ein Fotoshooting schlägt gut und gern mit einigen wenigen Bildern und den dazugehörigen Rechten mit etwa 1000€ (ja ein guter Fotograf nimmt so viel Kohle) zu Buche. Davon rechnen wir auch mal „nur“ zwei.

Hotel, Anfahrt und Verpflegung auf der Fibo

  • Hotel: 200-300€ pro Nacht versteht sich und dann schlaft ihr in einem Hotel wo mit Sicherheit noch genörgelt wird.
  • Anfahrt: Je nach Entfernung um die 100€
  • Verpflegung: 40-50€ täglich (und da habt Ihr noch nicht den ganzen Tag Huhn, Reis und Gemüse gegessen)
Macht also in den Mittelwerten und "nur" zwei Tage Fibo gerechnet zusammen etwa knapp  700 € ohne die 50 € für eine Händlerkarte (nein die gibt es nicht beliebig zum Stand gratis dazu)  zu rechnen.

Fassen wir also zusammen:

  • Supps 200 € pro Monat also 2.400 € pro Jahr
  • Bekleidung 360 € pro Jahr
  • Fotoshootings 2.000 € pro Jahr
  • Fibo 700 €
Wir kommen auf durchschnittliche Kosten für einen jungen, unerfahrenen Athleten mit mittelmäßiger Reichweite von aufgerundet rund 5.500 €. Jetzt rechnen wir mal immer noch sehr gering mit vier Athleten die unterstützt werden, sind wir bei Kosten von weit über 20.000 € pro Jahr und das NUR für einen kleinen Teil des Marketingapparates. Kommen wir zurück zu der Firma (in der ich übrigens tätig war). Zur Fibo-Zeit trug sich nun u.a. folgendes zu:
  • einige Athleten erschienen zur Fibo in gelinde gesagt mittelmäßiger Form
  • erschienen jeden Morgen zu spät
  • waren mehr woanders als vor Ort am Stand
  • und dankten der Firma die „freie“ Verpflegung am Stand (Riegel, Getränke etc.) mit Diebstahl, so dass allein Riegel im Gesamtwert von sage und schreibe 2.000€ in der Endabrechnung einfach fehlten. Von diversen Supps mal ganz zu schweigen.
Sicherlich ist dies ein sehr krasses Beispiel. Ich bin mir aber sicher, dass so ziemlich JEDE andere Firma ähnliche Erfahrungen hat machen müssen. Ich denke so langsam dämmert jedem von Euch, die bis hierher gelesen haben, warum Firmen mittlerweile genau auf den Mehrwert eins Sponsorings achten.

Frage aus dem ersten Teil meiner Anleitung die Du Dir stellen solltest:

Was kann ich der Firma für einen Mehrwert bieten, so dass auch sie einen Vorteil aus einem Sponsoring mit mir ziehen kann?  

Teil zwei  geht näher auf das recht neue Themengebiet des "Influencers" ein


Kommentare

Bretschneider 11. August 2017 um 13:04 Uhr Das ist ja mal wirklich interessanter Bericht. Es ist sehr schön erklärt und beschrieben. Jeder würde gerne gesponsert werden ich würde lügen wenn ich sagen würde ich nicht. Aber ich weiß da ich nur zuhause trainiere das ich wenige erreichen würde. Soweit denken aber viele nicht und schreiben einfach drauf los. Deswegen Respekt an die Firmen und auch euch das ihr alle genau überlegt welche Athleten ihr nehmt. Macht weiter so Lg

Bretschneider , 02.10.2018 18:41
Einträge gesamt: 1

Kommentar eingeben