Sinob

16.08.2018 15:43

L-Citrullin  – Da wird der Pump zur Nebensache

L-Citrullin  – Da wird der Pump zur Nebensache

Sauer macht nicht nur lustig sondern auch noch gesund dazu. L-Citrullin wird zwar immer bekannter auf dem Markt, was jedoch dahinter steckt wissen die wenigsten. Wieso ist dieser Stoff so beliebt und steckt mehr dahinter als nur der Effekt des „Muskelpumps“?

Was ist L-Citrullin?


L-Citrullin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure welche im Harnstoffzyklus beteiligt ist und für die Stickstoffsynthese notwendig ist. Halt Stop….bitte was?!

L-Citrullin ist nicht „essentiell“, das heißt im Grunde ist der menschliche Körper nicht darauf angewiesen, dass diese mit der Nahrung zugeführt wird, da er sie selbst in ausreichenden Mengen herstellen kann. Dennoch zeigt eine zusätzliche Supplementation noch weitere Vorteile auf die wir im Späteren zu sprechen kommen. Ohne weiter auf den Harnstoffzyklus einzugehen, kann innerhalb dieses Kreislaufs sowohl L-Citrullin gebildet als auch direkt eingespeist werden.

Der Großteil des L-Citrullins wird im Körper durch den Abbau von Ornithin im bereits erwähnten Harnstoffzyklus gebildet. Da es sich um einen Kreislauf handelt, kann daraus wiederum Arginin gebildet werden.

Desweiteren kann in einem Prozess welcher „Citrullination“ genannt wird aus der Aminosäure L-Arginin selbst L-Citrullin gebildet werden.  Als Nebenprodukt entsteht Stickstoffmonoxid, welches letztlich der Stoff unseres ersehnten Pumps ist. 

Ganz schön kompliziert oder? Letztlich geht es aber nur darum, dass L-Citrullin sowohl Produkt als auch Edukt sein kann. Die Folge jener Prozesse ist ein Anstieg der Stickstoffmonoxidproduktion im Körper.

Was ist für uns wichtig? L-Citrullin welches zusätzlich supplementiert wird, wird über die Nieren resorbiert und in Arginin umgewandelt, wobei in einem späteren Verlauf Stickstoffmonoxid als Nebenprodukt gebildet wird.

Wieso ist das wichtig für uns als Sportler?


L-Citrullin ist eine kleine Sensation, wenn es um gesundheitliche Vorteile geht. 

Da wir eine Beteiligung im Harnstoffzyklus haben, bei dem letztendlich Stickstoffmonoxid anfällt, wird durch Citrullin der Effekt des verbesserten „Pumps“hervorgerufen 

Was heißt denn Pump überhaupt?


Vertraut man auf die Aussagen von den Größen des Sportes, so ist der Pump „das Beste Gefühl, was man im Gym haben kann…genauso befriedigend wie ein Orgasmus“ ( Arnold Schwarzenegger). Die Blutgefäße weiten sich, Adern kommen zum Vorschein und die Muskulatur kann besser durchblutet werden. Neben optischen Effekten ist eine verbesserte Durchblutung auch von weiteren Vorteilen, da der Muskel optimal mit neuen Nährstoffen versorgt werden kann sowie Abfallstoffe die im Training anfallen abtransportiert werden. Nicht nur die Leistung, sondern auch die Regeneration kann somit positiv beeinflusst werden.

Eine verbesserte Durchblutung hat folglich nicht nur Vorteile im Training, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht. Selbst das beste Stück des Mannes profitiert hiervon. Träumen wir nicht alle von einer optimalen Durchblutung? Bluthochdruck welcher oft in Verbindung von Herz/Kreislaufproblemen genannt wird oder auch dem Extrem einem Herz bzw. Hirninfarkt sind nicht grundlos Volkskrankheit Nummer 1 in Deutschland.

Oftmals werden Millionen von Geldern für Medikamente ausgegeben um Gefäße zu weiten um eine bessere Durchblutung zu erlangen. Wieso dann die Umwege gehen und nicht mittels L-Citrullin supplementieren?

Weitere Vorteile als nur reine Optik?

Niemand wird leugnen, dass er den Sport nicht zu einem gewissen Teil dazu macht, um besser auszusehen . Sei es nur auf dem Selfie in der perfekt ausgeleuchteten Umkleide, durch den Pump wirken wir noch stärker und muskulöser als zuvor.

Allerdings hat eine Supplementation von L-Citrullin noch weitaus mehr Vorteile. Wenn wir uns daran erinnern, dass wir am Ende unserer Reaktionskaskade eine verbesserte Durchblutung haben, sind wir somit auch um Einiges leistungsfähiger im Training. Die Blutgefäße werden weit gestellt und die Versorgung des Muskels durch Nährstoffe wird optimiert. Nicht nur das neue Nährstoffe besser zur Verfügung gestellt werden, nein - auch die Abfallstoffe die im Laufe eines schweißtreibenden Trainings anfallen, können abtransportiert werden. Für uns im Sport eine Win/Win Situation. Wir haben während des Trainings eine bessere Leistung und mehr Energie fürs Wesentliche. Nach dem Training werden die Prozesse der Regeneration schneller eingeleitet, sowie die Muskelproteinbiosynthese maximiert.

Wie lauten somit zusammenfassend die Vorteile?

 

  • L-Citrullin macht die Blutgefäße „weit“, daraus resultiert bessere Nährstoffversorgung aller Gewebe (Muskel, Organe, Blutgefäße )   
  • geringeres Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt 
  • Verbesserte Leistungsfähigkeit des Muskels  
  • Verbesserte Nährstoffversorgung    
  • steigert die Arginin-Spiegel im Blut stärker als L-Arginin selbst     
  • geringerer oxidativer Stress     
  • geringeres Risiko für Dysfunktionen des Blutgefäßsystems    
  • geringeres Risiko für Thrombozytenaggregation

Wie wir sehen, ist L-Citrullin ein kleiner Allrounder gerade, wenn es um positive Effekte unseres Gesundheitsystems geht. 

Konkrete Empfehlung?


L-Citrullin Malat   ist die gängige Darreichungsform, welche für eine Supplementation in Frage kommt.

Für eine Verbesserung der oben genannten Eigenschaften empfiehlt sich eine tägliche Einnahme von 3g L-Citrullin möglichst in Einzelhaben a 1g über den Tag verteilt. Bei akuten Problemen des Herzkreislaufsystems kann zusätzlich eine Dosierung von 3 Einzelgabe bis zu 2g empfohlen werden.

Gerade vor einem Training für bestmöglichen Durchblutung der Muskulatur und damit optimalen Versorgung von Nährstoffen sind 6-8g L-Citrullin bis zu einer Stunde vor dem Training als optimale Dosis anerkannt.

Nice to know - Was ist Malat?

Als Malat wird das Salz der Apfelsäure bezeichnet. Die Apfelsäure gibt den Äpfeln ihren typisch leicht säuerlichen bis sauren Geschmack. Als L sog. Malat-Verbindung sorgt es für eine verbesserte Aufnahme, in unserem Fall von L-Citrullin im Körper.

Allerdings nicht nur das:

Apfelsäure ist ebenfalls ein Bestandteil des sogenannten Citratzyklus. Dieser ist verantwortlich für die Energieerzeugung aus Glukose bzw. ATP-Resynthese. Eine Supplementation von Malat hat dadurch auch positive Eigenschaften auf dieses Sytem und bedingt einige der ergogenen (leistungssteigernden) Eigenschaften einer Citrullinmalat-Supplementierung.


     

Für Team BlackLine 2.0

Tobias Schöller

Quellen:

 


Kommentare

Dominik 11. August 2017 um 17:43 Uhr Einmal mehr beweist hier Sebastian sein Fachwissen basierend auf fundierten Studien. Ich sipplementiere selbst diese Aminosäure und kann die Wirkung nur unterstreichen.

Dominik, 02.10.2018 18:42
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